Eine Woche ohne Strom gelebt

Meine Urlaubswoche in Holland am Ijsselmeer wollte ich eigentlich mit Segeln verbringen. Leider machten mir gleich zwei aufeinander folgende Tiefdruckgebiete (Sa, So und Di, Mi) mit Windstärke 5 bis 6 Beaufort einen Strich durch die Rechnung. (Montags musste der Mechaniker kommen und das Vorsegel reparieren. Nur Donnerstags konnte ich einen Tag in der Bucht vor dem Hafen hin und her segeln, als der Wind mit 2-3 Beaufort sanfter pustete.)

So verbrachte ich eine Woche auf dem gemütlichen Segelboot in der Marina Iselmar statt wie geplant von Hafen zu Hafen zu segeln. Mit dem Auto besichtigte ich hübsche Städtchen, Strände und Museen.

Auf dem Boot gab es keinen Strom und ich lebte eine Woche (fast) ohne Elektrizität. Einklang mit der Natur war angesagt. Ich ging in das Bett, wenn die Sonne unterging und stand auf, wenn die Sonne aufging. Schlief mal gezwungenermaßen 10- 11 Stunden richtig aus. Tee und Essen kochte ich übrigens auf dem Gaskocher. Für Nutxxx-Brote zum Frühstück und Nudeln mit Gemüse zum Abendessen braucht man keinen Kühlschrank. Heizlüfter braucht man im Sommer an der Nordsee nicht, wenn man einen Schlafsack dabei hat.

Drei Bücher (altmodisch auf Papier gedruckt) mit insgesamt 1.200 Seiten las ich bei Tageslicht vor lauter Zeit im Überfluss gleich zweimal durch. WLAN- Zugang organisierte ich erst am dritten Tag. Herrlich, offline zu sein.

Für mein Handy hatte ich allerdings eine sehr groß dimensionierte Powerbank dabei. Eigentlich sollte es zur Navigation auf dem See dienen. Mit der Powerbank kann es locker zwei Wochen über den 12 Volt- USB- Anschluss aufgeladen werden, wenn man nicht mehr als 30 Minuten pro Tag mit E- Mails und Wettervorhersagen verbringt. Oder eine knappe Woche, wenn die Navigations- App dauerhaft im Hintergrund läuft. Den Laptop für meine Reiseblogs lud ich zur Wochenmitte im Sanitärgebäude auf, während ich duschte und Zähne putzte. Die Beiträge zur Hollandreise findet Ihr hier:

https://kerstinundsyshadow.wordpress.com/category/holland/

Die Urlaubswoche ging im nachhinein schnell vorbei. Besser, etwas an der sehr frischen Nordseeluft zu unternehmen als auf dem Smartphone zu daddeln.

Kleidung wertschätzen

Die Wertschätzung der vorhandenen Dinge (und Personen) stellt eine wichtige Strategie für ein minimalistisches Leben dar.

Schätzt man seine eigene Kleidung als wertvoll ein, wird der Drang, etwas Neues zu kaufen, ebenso geringer.

Inspiriert durch einen Urlaub im Ferienhaus kaufe ich hübsche Kleiderbügel aus weiß lackierten Holz mit Metallhaken. Auf diesen Bügeln hängen meine Sakkos und Maxikleider im Schrank. Ein wunderschöner Anblick statt der billigen, gebogenen Metall- Drahtbügel aus der Reinigung. Die Kleidung wirkt außerdem wertvoller- wie in einer Boutique- und wird durch die breiten Bügel geschont. Weniger steile Falten und Knicke.

Meine Kleidung hänge ich ordentlich auf oder falte sie. Zum Saisonwechsel schaue ich nach, ob das Kleidungsstück passt und fleckenfrei und ohne Löcher ist. Kleidung, die manch einer „für daheim“ oder „zum Putzen“ aufhebt, hat keinen Wert mehr für mich und wird gespendet. Nirgendwo möchte ich mit löchriger Kleidung herumlaufen.

Welche Kleidungsstücke sind Euch besonders lieb und teuer? Pflegt sie ordentlich, behandelt sie liebevoll und tragt sie so oft wie möglich.

Grill- Zubehör wegwerfen

Wir hatten früher einiges an Grill- Utensilien. Wie gigantische Grillzangen und Grillfleischgabeln. Eine Fleischplatte und Alugrillschalen.

Das fast ganze Jahr blockierten diese unnötig Platz in der Schublade.

Daher habe ich die Teile vor Jahren allesamt weggeworfen. Die Steaks drehen wir mit einer einfachen Gabel um und die Bratwürste mit einem stinknormalen Pfannenwender. Gemüse braten wir überhaupt nicht mehr auf dem Grill, weil sowieso alle Steaks essen wollen.

Welches Grillzubehör habt Ihr noch nie benutzt? Das kann weg.

Kleider mit Lieblingsschnitt

Ach, wie weiblich und wie wunderschön sehen doch die Models in ihren Sommerkleidern aus! Das will ich auch!

So fiel ich jeden Sommer darauf herein, einfach wahllos irgendwelche Kleider zu kaufen, die ich genau einmal anhatte: In der Umkleidekabine des Modegeschäfts.

Denn am liebsten trage ich

… in der Arbeit im Büro einen zeitlosen, blauen Anzug: Der Blaue Bankeranzug

…in der Freizeit einen blauen Jogginganzug: Der blaue Jogginganzug

…und nachts einen blauen Schlafanzug: Der Blaue Schlafanzug

Anlässlich einer Familienfeier, die dann wegen Corona verschoben wurde, kaufte ich ein Sommerkleid, da die drei oben genannten Kleidungsstücke nicht für die Feierlichkeiten geeignet erschienen.

Diesmal wählte ich das Kleid mit Bedacht aus: Bodenlanger Rock, breite Träger und mit Muster in meiner Lieblingsfarbe Blau (habt Ihr sicherlich schon dank der Links oben erraten). Diese drei Kriterien (Länge, Träger und Farbe) sorgen nämlich dafür, dass ich das Kleid gerne trage.

Mit dieser Erkenntnis machte ich Tabula Rasa im Kleiderschrank in der Abteilung Sommerkleider. Alle kurzen Kleider, alle mit Spaghettiträger und alle ohne Blautöne flogen in die Altkleidersammlung.

Wendet diesen Trick an: Nur Lieblingsschnitte- und farben zu kaufen! Natürlich genauso bei Hosen oder Oberteilen anwenden, z.B. Röhrenjeans versus Marlene- Dietrich- Stoffhose und Stretchshirts versus wallende Tunika.

Das spart unnötige Fehlkäufe und schont Geldbeutel und Ressourcen!

Uhrentausch

Leider spinnt die Funkuhr im Arbeitszimmer. Immer wieder rauscht der Minutenzeiger vor. Neue Batterie oder Ausschalten brachte nichts.

Statt eine neue Uhr zu kaufen, habe ich die Kinderuhr mit Tiermotiven aus dem Kinderzimmer in das Arbeitszimmer gebracht.

Mein Sohn lebt voll im Hier und Jetzt und kann die Uhr sowieso nicht lesen. Ich habe ihm den neuen Ort seiner Uhr gezeigt und er meinte nur „OKAY“ dazu.

Also, bevor Ihr etwas neu kauft, schaut mal im Freundeskreis und in der Familie, ob es nicht Ersatz gibt! Das gilt auch für andere Gegenstände, vorallem im Küchenbereich, wo vieles doppelt vorhanden ist.

Urlaubsgeld sparen

Gestern hörte ich in den Nachrichten, dass 50% der Deutschen dieses Jahr gar keinen Urlaub buchen werden und 31% der Bevölkerung die schönsten Tage des Jahres im Inland verbringen will.

Wer wie ich das Glück hat, trotz Viruszeiten Urlaubsgeld vom Arbeitgeber zu erhalten, sollte dieses nicht einfach anderweitig für unnötigen Konsum ausgeben.

Ich habe Ostern lieber den Bruttobetrag das Urlaubsgeldes auf mein separates Sparkonto für „Hobbies und Reisen“ umgebucht. Pfingsten werde ich analog vorgehen.

Lässt man den hart verdienten Urlaubsbonus auf dem Girokonto stehen, wird er sich in Eurobeträgen davonschleichen.

Ob Ihr es glaubt oder nicht, habe ich im Lockdown sehnsüchtig darauf gewartet, dass mein Schuhladen im Einkaufszentrum endlich wieder eröffnet. Die billigen Schlappen vom Discounter- Schuhgeschäft waren ein schlechter Kauf. Im Homeoffice taten mir schrecklich die Fersen weh. Ein Ersatz während des Lockdowns unauftreibbar. Im Internet bestelle ich weder Kleidung noch Schuhe. Die Anprobe, das Anfassen der Stoffe und die Betrachtung der Farben im Tageslicht fehlen mir beim Internetshopping.

Nun schwebe ich wieder auf luftgepolsterten Hausschuhen durch die Wohnung. Schuhe machen Frauen glücklich!

Das Sprichwort „Kauft man billig, kauft man zweimal“, hat sich bewahrheitet.

 

Minimalistisch Gärtnern

Früher habe ich acht Blumenkübel, vier kleine und vier große Kästen jährlich mit sommerlichen Pflanzen bepflanzt. Das hat samt Erde 200 – 300 Euro pro Jahr gekostet. Außerdem täglich 20 Minuten Lebenszeit zum Gießen.

Dann habe ich zwei Jahre gar nichts gepflanzt. Ließ das Haus etwas verlassen und traurig aussehen.

Nächster Versuch war ein einziger Blumenkasten an der Hausfassade. Sah seltsam asymmetrisch und verloren aus.

Mein Mann meint, man sollte die neu angepflanzten Schösslinge mit einer Kanne Wasser pro Tag versorgen können. Das findet er praktisch.

Mir ist die Symetrie wichtig und die Robustheit der Blumen. Für meine leckeren Kräuter und Erdbeeren schlichen die Schnecken die Hauswand auf die Veranda hoch. Soweit zum gescheiterten Anbau von Nutzpflanzen!

So haben sich bewährt:

– 12 Rote Geranien an der sonnigen Hausfront. Mit großem Abstand in zwei Kästen. Gibt Platz zum Wuchern und Gedeihen bis zum ersten Frost im November. Für 2x 20 Liter Erde und 2x 6er Tray Blümchen zahlte ich heute 8,60 Euro gesamt.

– 12 Lobelien in zwei Kästen am schattigen Hauseingang, die bis Weihnachten blau blühen. Danke, Klimawandel!

– 2 Weisse Margaritenbüsche in der Blickachse der Aussentreppe. Einer links und einer rechts.

Das war es. Die übrigen Kästen wurden zu Hartplastik in den Container gebracht. Die sechs Keramik – Kübel kauft ein Kollege und wird sie abholen, sobald man wieder Fremde besuchen darf.

Was pflanzt Ihr so?

 

 

Dokumente ausmisten

Jeder darf so viel Altpapier anheften wie er will.

Doch sinnvoll ist es nicht. So findet Ihr die wichtigsten Unterlagen nicht, z.B. bei Garantiefällen oder Streit um den Vertrag.

Daher nehme ich mir immer wieder einen Ordner im Heimbüro vor und reduziere den Papierberg.

1. Bei Versicherungen reicht der Versicherungsschein und die Vertragsanhänge.

2. Bei Zeugnissen das aktuellste und hochwertigste, also Abi und Diplom, aufheben.

3. Für bezahlte Rechnungen habe ich einen eigenen Ordner. Pro Jahr gibt es ein Abteil und die Rechnungen werden aufeinander gelegt,  d.h. die neusten oben. So finde ich die Belege für die Steuer wieder.

4. Kontoauszüge und Lohnzettel archiviere ich in eigenen Mappen. Wieder der neuste Zettel obendrauf.

Veraltete Unterlagen zu Elterngeld, Rechtsstreitfällen, Handys oder Miete werfe ich weg. Bitte rechtliche Aufbewahrungsfristen beachten.

Nehmt Euch einfach den ersten Ordner vor, wenn Ihr im Arbeitszimmer seid!

 

Zu Hause bleiben und entrümpeln

Wer immer Wichtigeres ausser Haus zu tun hatte statt daheim auszumisten, dem gehen jetzt die Ausreden aus.

Am besten legt Ihr einen Müllsack oder einfach zwei bis drei normale Mülltüten parat.

Dann nehmt Ihr Euch ein Schrankfach oder Schublade pro Tag vor. Nicht mehr, sonst wird es Euch zu viel. Ihr solltet dran bleiben und in 15 Minuten zügig den Bereich aufgeräumt haben. Ich würde zimmerweise arbeiten und mit dem schlimmsten Eck beginnen. Ein optisches Erfolgserlebnis spornt zusätzlich an. Wenn Ihr heute die Küchenarbeitsplatte und morgen den Wohnzimmertisch geleert habt  werden die Räume anders wirken.

Hier einige Anregungen:

  • Sämtlichen Verpackungen, leere Flaschen, leere Dosen und lose Papiere wegschmeißen. In allen Zimmern!
  • Alle Winterstiefel entsorgen, die Ihr diese Saison nicht getragen habt.
  • Bei Pullovern das gleiche Vorgehen wie bei den Stiefeln.
  • T- Shirts, die kaputt sind oder deren Farbe zu nichts passt. Habt Ihr eine halbe Stunde Zeit, dann könnt Ihr jedes Shirt anprobieren. Danach auf zwei Stapel werfen: Spende oder Falten und behalten.
  • Sommerhosen analog zu T- Shirts behandeln.
  • Sommerschuhe, die Ihr doppelt habt. Ein Paar Sneakers reicht.
  • Handtaschen mit unmöglichen Format oder Design.
  • Kaffeetassen mit Sprung oder vergilbte aussortieren.
  • Doppelte Kochutensilien entsorgen: Kochlöffel, Pfannenwender. Dabei seltsame Funde wie Spargelzange oder Schaumkelle ebenso wegwerfen.
  • Ungenutzte Kochtöpfe, Pfannen oder Auflaufformen in das Alteisen werfen.
  • Kinderspielsachen zusammen mit den Kindern anschauen und vorschlagen, zum Beispiel zehn Sachen im Internet zu verkaufen. Den erzielten Erlös dem Kind geben oder einen Kinobesuch mit Popcorn als Belohnung anbieten.

Bei mir kam ein pinkes Shirt weg, weil ich den grauen Anzug dazu nicht mehr besitze. Eine Handtasche mit Katzenmotiv und vorallem ohne Reissverschluss. Einen lila- schwarzen Schal habe ich mit einer Packung Schokoeiern meiner Schwester geschickt, weil sie die Farbe trägt und den passenden schwarzen Mantel dazu hat. Ein ausgeblichener, verwaschener Pulli in der Lieblingfarbe Blau taugt nur noch zum Schreddern.

Fangt gleich heute nach dem Mittagessen an!

 

Speisepläne- meine Beispiele

Falls Euch auch schon nichts mehr einfällt, was die lieben Kleinen und die Familie essen könnten, liste ich anbei ungeschönt meine Speisepläne für Hauptgerichte der letzten zwei Wochen auf. Dazu gibt es haltbares Obst wie Äpfel, Mandarinen und Bananen. Abends belegte Brote und Gurke oder Karotte.

  1.  Wurstgulasch (vier angebratene Wienerle, zwei Lauchstangen,  800 ml passierte Tomaten, Rosmarin)
  2. Chicken Wings aus dem Ofen und Baguette (eher ein Männergericht)
  3. Schinkennudeln mit Zwiebeln und Ei; Grüner Salat
  4. Wie 3. Tag, um Eier und Salat zu verbrauchen
  5. Pfannkuchen mit Apfelmus und Zimtzucker
  6. Selbstgemachte Schinken- Mozzarella- Pizza
  7. Die Reste vom 6. Tag

So wäre die erste Woche geschafft.

  1.  Nudeln mit selbstgekauften Rucola- Parmesan-Pesto
  2.  Schupfnudeln mit gestiftelten Zucchini und Karotten
  3.  Bratwürste mit Kartoffelsalat
  4.  Hühnchen in Sate- Sauce und Reis; für den Sohn Pommes mit Ketchup
  5.  Fischstäbchen und Kartoffelsalat
  6.  Spaghetti Bolognese
  7.  Die Reste vom 6. Tag

Guten Appetit!