Der minimalistische Kleiderschrank

Wieder verbringe ich ein Jahr, ohne neue Klamotten, Bücher und Zeitschriften für mich zu kaufen.  Dafür, dass es auf Ende Mai zugeht, ist mir der freiwillige Konsumverzicht erstaunlich leicht gefallen.

Eine Ausnahme mache ich für die Schuhe, welche ich ersetze, sobald die Sohlen komplett durchgelaufen sind oder Löcher für unfreiwillige Belüftung sorgen. Typischerweise verschleißen in einem Jahr ein Paar Turnschuhe beim Radfahren und ein Paar Gummistiefel und Garten- Halbschuhe bei der Gartenarbeit. Gleiches gilt für die „Arbeitssocken“, also eigentlich unverwüstliche Stützstrümpfe aus dicken Nylon. In kaputten Schuhen in die Arbeit zu radeln oder unter der Woche extra Strümpfe zu waschen, hatte mich im letzten klamottenfreien Jahr genervt.

Wer ein ähnliches Experiment starten möchte, dem teile ich in diesem Beitrag gerne meine Erkenntnisse aus dem ersten Quartal mit.

Weiße Socken

Nach einem Fussbad in blüten- pollen- gelben Schuhen oder einer schweißtreibenden Radtour werden die schönsten weißen oder hellen Socken unansehnlich gelb. Und bleiben bei Wollwaschgang auch nach der Wäsche vergilbt. Definitiv werde ich diesen Artikel für immer von meiner Einkaufsliste streichen.

Ungewöhnliche Lieblingsfarben

Zählen curry- gelb, rosa oder rot-grüne Kringel zu Euren Lieblingsfarbschema, dürfte eine Kombination der Teile untereinander schwierig werden. Meine persönliche Farbe dunkelblau lässt sich dagegen mit allen kombinieren, was sich in meinem Kleiderschrank befindet. Schwarz und grau hatte ich rigoros gespendet und seitdem nicht mehr nachgekauft. Mein Tipp für Euch: Immer alles in EINER Basisfarbe einkaufen, die Ihr mit anderen Tönen aus dem Farbschema oder passenden Kontrastfarben ergänzen könnt.

Zwillinge

Reduziert sich der Inhalt der Schrankes auf ein Minimum, zum Beispiel 100 Kleidungsstücke, finde ich trotzdem Doppelungen unverzichtbar. Zum Beispiel besitze ich zwei Jeans und zwei Leggings. Ich kann eine davon anziehen, während der Zwilling auf der Wäscheleine im Wind flattert. Findet Ihr eine Jeans, die auch am zweiten Tag des Tragens super sitzt, kauft ruhig dasselbe Modell ein weiteres Mal. Meine Lieblingsjeans wasche ich schnell am Samstag nach dem Einkaufen, damit sie bis Montag wieder trocknet. Nummer Zwei wartet im Schrank auf ihren Einsatz im „Notfall“ wie spontan auftretenden Zahnpasta-oder Teeflecken.

Blusen mit Krempelärmeln

Wer in unseren nordeuropäischen Breitengraden im klimatisierten Bürogebäuden arbeitet, kann auf kurzärmelige Blusen oder Tops für den Sommer komplett verzichten. Die meisten Blusen haben zufällig Ärmel mit Band zum Hochkrempeln und ich trage sie von Frühling und Sommer bis zum Herbst. Normale Hemdblusen könnt Ihr ebenso im Sommer an den Bündchen zweimal oder dreimal umschlagen. Fertig ist die Sommerbluse.

Stil finden und dabei bleiben

Sportlich- chic geht es im blauen Anzug in das Büro. In der Freizeit trage ich Jeans und T- Shirt. So gesehen könnte ich jegliche Sommerkleider, Röcke, Strumpfhosen und zugehörigen Jäcken eigentlich spenden. Die Kleidung lässt sich viel besser kombinieren, wenn Ihr Eurem Stil (Sixties, Paisley-Muster,…) findet und ihm treu bleibt.

Welche Tipps habt Ihr für mich? Hinterlasst gerne einen Kommentar.

 

 

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Ideen zur Urlaubsplanung

Aus dem konsumfreien Mittwoch wurde nichts. Mitgebrachtes Pausenbrot und Schokolade von daheim hatte ich am Vormittag weggefuttert und holte nachmittags Nachschub am Kiosk. Einerseits ein typischer Fall von Plan versus Realität andererseits ärgere ich mich über meine Bequemlichkeit. Soviel dazu.

Bald stehen die Pfingstferien und die Sommerferien an und ich überlege, was wir als Familie unternehmen können. Wir werden nämlich zu Hause bleiben.

Die Vorfreude auf den Urlaub ist manchmal besser als der Urlaub selbst.

Während früher mein Urlaub in richtiggehenden Freizeitstress ausartete, weil ich für jeden Tag ein anderes Event plante, achte ich inzwischen darauf, dass genug Zeit für Erholung zu Hause bleibt. Heute morgen hörte ich im Radio, Kinder sollten sich in den Ferien ruhig langweilen dürfen und sie würden dann kreativ werden. Vor Letzterem dürfte ich so manche Mutter fürchten.

Meine Ferienplanung  funktioniert heutzutage nach dem folgenden Schema:

  • 1 Tag Ausflug
  • 1 oder 2 Tage Daheim
  • 1 Tag Ausflug
  • 1 oder 2 Tage Daheim
  • Am Wochenende immer Daheim (ist alles überfüllt mit Familien und Wochenendtouristen)

Diese ausgewogene Mischung sorgt dafür, dass die Familie etwas erlebt und gleichzeitig ausreichend Zeit zur Entspannung hat. Für die Pfingstferien stehen Ausflüge in den Stuttgarter Zoo „Wilmelma“, den Freizeitpark Trippsdrill, zum Qi-Gong-Tag an den Brombachsee, zum Segeln mit meiner Freundin Vera an den Brombachsee und in das Schwimmbad „Westbad“ auf dem Programm.

Auf Reisen gehen wir nach derselben Logik vor:

  • 1 Tag Sightseeing
  • 1 oder 2 Tage Strandtag
  • 1 Tag Sightseeing
  • 1 oder 2 Tage Strandtag usw.

Dabei darf sich jedes Familienmitglied eine Sehenswürdigkeit nach seinem Geschmack aussuchen und alle müssen mit. Beispiel für gelungene Ostseeferien an der Kieler Förde: Hai- Aquarium (Sohn), Historisches Museum (Mann) und Kulissen der Fernsehserie „Küstenwache“ (ich).

Auf langfristig geplante Arzttermine zur Vorsorge sollte man in dem Urlaub verzichten. Früher glaubte ich, es wäre praktisch, im Urlaub Arzttermine zu erledigen. Doch wer sitzt gerne im Urlaub stundenlang in verschiedenen Wartezimmern? Wird das ein schöner Urlaubstag?! Inzwischen plane ich die Arzttermine lieber abends nach der Arbeit während normalen Arbeitsalltagswochen.

Welche Ideen für einen Urlaub nach Eurem Geschmack fallen Euch ein?

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Tagebuch für Bargeld- Ausgaben

Seit zwei Monaten führe ich ein „Tagebuch“ bzw. Haushaltsbuch über sämtliche meiner Ausgaben in Form vom Bargeld. Smartphone- Besitzer können gerne eine App verwenden. Ich mit meinem „Rentnerhandy“ habe einen hübschen Dinosauriermotiv- Zettel aus Papier im Geldbeutel und einen Kugelschreiber in der Handtasche.

So gehe ich vor:

Auf dem Papier notiere ich umgehend, wenn ich Bargeld ausgegeben habe und zwar auf ganze Euro gerundet. Zum Beispiel: Butterbreze für 1,20 Euro = 1 Euro, Wasser für 0,80 Euro = 1 Euro. Die Summe geht bis auf 1-2 Euro bei 100 Euro auf.

Gleichzeitig habe ich angefangen, im Supermarkt oder Drogeriemarkt selbst kleine Beträge immer mit EC- Karte zu bezahlen. Somit habe ich einen besseren Überblick über die Ausgaben, da der Betrag auf dem Kontoauszug erscheint und die Anzahl an Bargeldzahlung wird minimiert.

Das ist gut an der Führung eines „Haushaltsbuches“:

  • Ausgaben künftig meiden: Sieht man schriftlich, was man „verschwendet“ hat, denkt man über künftiges Geldausgeben genauer nach. Beispiele: McDoof. Man kann sich vor Augen halten, wie viel Arbeitszeit und Lebenszeit man gegen ein Happy Meal eintauscht.
  • Unbekannte Löcher im Sparstrumpf: Mir ist aufgefallen, dass fast ein Hunderter für samstägliche Besuche im Cafe zusammen mit der Familie draufgeht. Dieses Ritual möchte ich weiterhin pflegen.
  • Bewusstsein: Ich überlege besser, ob ich wirklich konsumieren möchte oder lieber auf diese oft unnötige Geldverschwendung verzichte. Aktuell und im Vormonat gab ich nur noch die Hälfte an Bargeld aus wie zwei und drei Monate vorher. Liegt natürlich zum Teil daran, dass ich mehr mit EC- Karte bezahle statt bar.

Folgende Alternative scheiterten:

  • Wöchentliche Kontoauszüge: Wenn man kontrolliert, wie viel Geld ausgeben hat, spart man rein gar nichts. Zu spät! Lösung: Einen festen Betrag pro Woche als Budget planen und damit zu Recht kommen. Beispiel: 30 Euro pro Woche.
  • Schätzungen: Zu erraten, wofür das Bargeld monatlich verschwindet, klappte nicht. 100 Euro fehlten jeden Monat in meiner Schätzung. Eine überschlagsweise Rechnung  funktioniert erst, nachdem man mehrere Monate die Realität aufgeschrieben hat.
  • Möglichst viel bar zahlen: Manche Ratgeber schlagen vor, möglichst viel bar zu zahlen, damit man spürt, wie das Geld weniger wird. Hat bei mir nichts gebracht.

Und, welche Ideen fallen Euch ein?

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Fränkisches Surf and Turf

Diese Woche habe ich das Pausenbrot für meinen konsumfreien Mittwoch richtiggehend zelebriert. Am Vorabend kochte ich endlich den Spargel und briet Bärlauch- Bratwürste. Beides fränkische Spezialitäten, die mir Mama am Wochenende geschenkt hatte. Einen Teil der Bratwürste aßen wir zu Abend, den Rest gab es kalt an nächsten Tag.

Den Spargel hatte ich zu einem Salat kleingeschnitten und darüber anderthalb kalte Bratwürste verteilt. Ein Kollege kommentierte neidisch:  „Lecker, ein fränkisches Surf and Turf.“  Nur mit Erde und Land statt mit Meer und Land.

Daraus könnt Ihr Folgendes lernen: Ein liebevoll zubereitetes „Pausenbrot“ für Eure Mittagspause im Büro versüßt Euren Tag. Es hat mir Spaß gemacht, das Essen zuzubereiten.

Einen anderen Kollegen erzählte ich von meinem konsumfreien Mittwoch und dass ich dadurch 5 Euro (Ersparnis für Kantine und zwei Kaffee) x 40 Arbeitswochen = 200 Euro pro Jahr spare. Das hat ihn begeistert.

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Seife statt Duschgel

Wieder ist ein Mittwoch ohne Geldausgeben vergangen. Es heißt ja, dass man sich in 14 Tagen an neue Verhaltensweisen gewöhnt. Bei mir hat es etwas länger gedauert.

Mein Patenkind hat mir zu Weihnachten eine handgemachte Lavendelseife geschenkt und eine gut abgehangene Rosenseife hat sich auch in meinem Schrank gefunden. Diese Seifen nutzte ich seit Januar anstelle von Duschgel. Bemerkenswert wie lange so ein Seifenstück überdauert, nämlich drei Monate, und erfreulich, dass keine umweltschädliche Verpackung anfällt. Nur beim Shampoo werde ich bei meiner Lieblingssorte bleiben, die in Plastikflaschen verkauft wird.

Welche Ideen fallen Euch ein, um Verpackungsmüll zu reduzieren ?

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Putztipp: Der Buchstabe „L“

Der konsumfreie Mittwoch hat sich inzwischen eingespielt. Nach der halben Stunde Mittagspause „Yoga am Mittag“ futterte ich das mitgebrachte Pausenkäsebrot und zwei Möhren auf. Einen Apfel hatte ich ebenso dabei, denn Äpfel sind gut für die Stimme und der ideale Snack, wenn man wie ich geschäftlich viel telefonieren und sprechen muss.

In einem Magazin habe ich einen total simplen und genialen Trick zum Putzen gelesen: Immer in Form eines L wischen.

Die meisten Frauen und Männer wischen das Cerankochfeld, Kachelofen, Couchtisch oder alles, was eckig ist, in Kreisbewegungen ab. Kaum scheint die Sonne auf die geputzte Oberfläche, fallen die klebrigen Kochfeldecken oder staubigen Tischecken auf.

Wie gewohnt putze ich in kreisförmigen Bewegungen. Zum Abschluss wische ich mit Schwung ein großes L und danach ein L, das auf dem Kopf steht und die fehlende Ecke abdeckt.

Dabei denkt Ihr an positive Wörter mit L: Liebe, Lebensfreude, Lolli, Lieblingsmensch, Leckereien,… und das lästige Saubermachen geht Euch viel, viel leichter von der Hand.

Probiert es aus? Was sind Eure Putztricks? Hinterlasst einen Kommentar.

 

 

 

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Hemden- Ausmisten für Männer

Eines weiß ich sicher: Echte Männer haben das Wort „Vielleicht“ nicht in ihrem aktiven Wortschatz. Für sie gibt es nur ein klares „Ja“ oder vielmehr ein klares „Nein“.

Diesen Umstand mache ich mir zu Nutze als ich mit meinem Ehemann auf seinen Wunsch hin seine Hemden und T- Shirts aussortiere. Das ist eine weitere Erkenntnis aus Jahren des Minimierens: Der Partner sollte nie zum Ausmisten überredet werden, sondern von Euch inspiriert werden.

Die 50 Teile habe ich in drei etwa gleich großen Stapeln auf einer Kiste neben dem Bett zwischengelagert. Um der Aktion eine „sportliche“ Note zu geben- Männer lieben Leistungsdruck- stelle ich den Küchenwecker auf 15 Minuten. Die maximale Zeit für die Sortieraktion.

Der erste Stapel kommt in die Bettmitte. Ich halte immer ein Hemd hoch und Jens entscheidet, was damit passiert.

Es gibt zwei Kategorien. Ganz einfach: „1. JA“ (wird behalten) und „2. NEIN“ (wird gespendet). Frauen greifen am liebsten zur dritten Kategorie „3. VIELLEICHT“ (kann mich nicht entscheiden) und stopfen wieder alles in den Schrank.

Vom ersten „Arbeitspaket“ dürfen die meisten Shirts bleiben, denn was man gerne anzieht liegt logischerweise oben auf dem Schrankfach.

Bei Nummer 2 und Nummer 3 höre ich: „Wusste gar nicht, dass ich das noch habe.“ „Passt mir nicht.“ „Was ist da für ein Motiv auf der Rückseite?“ Konsequenterweise kommt das Meiste auf den Stapel für die Kleiderspende.

Verrückt! Nach sieben Minuten ist alles sortiert! Auf dem Weg in die Stadt landet der Müllsack sofort im Kleiderspendencontainer.

Legt los! Der Sommer kommt! Nehmt Euch nach der gleichen Methode Eure kurzärmeligen Shirts und Blusen vor.

Viel Spaß, Mädels!

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