Minimalistisch Koffer packen – in Modulen

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Naturschutzgebiet „Bug“ auf Rügen

 

Gerne würde ich jetzt bloggen oder behaupten, dass wir zu dritt mit nur einer Reisetasche und meiner Handtasche für eine im Urlaub waren. Stimmt leider nicht. Der Kofferraum war bis zur Oberkante gefüllt. Die weiche Stoff- Reisetasche als Passagier auf dem Rücksitz angeschnallt. In die Handtasche hatte ich die Buchungsbelege für die Unterkunft gesteckt, sodass sie schnell greifbar sind.

Damit kein einziges großes Durcheinander entsteht, habe ich in Modulen gepackt. Dazu braucht ihr nichts Neues kaufen, sondern nehmt einfach Tüten und Körbe, die ihr eh daheim habt.

Modul 1: Fresskorb

Den Kühl- und Gefrierschrank haben wir vor der Abreise komplett leer gefuttert. Und die Kombi wurde abgetaut, um Strom zu sparen und weil das restliche Jahr das Teil ja ständig benutzt wird. Zum Mittagessen holte ich ausnahmsweise Pizza im Nachbardorf. Spart Essenreste und das Abspülen. Als Abendessen gab es einen Apfel, Kartoffelchips und Wienerle. Naja, die Vorräte waren diesmal etwas zu knapp bemessen. Dafür sparte ich mir, die Essensreste in einer Kühltasche mit zu nehmen.

Wie in einem anderen Beitrag gepostet, habe ich für Süßes und Saures zwei Wasserhyazinthenkörbe angeschafft und im obersten Regalfach verstaut. Ein paar letzte Reste von Süßkram bleiben also gleich im Korb. Dazu schmiere ich pro Person drei Semmeln mit Salamischeiben. Eine Flasche stilles Wasser vervollständigt die Brotzeit. Jeder bekommt in das Seitenfach der Autotür einen Pappbecher gesteckt. Im Idealfall etwas kleingeschnittenes Obst dazu essen.

Gegen trockene Münder kommt eine Rolle mit Kaubonbons in den Aschenbecher. Die vernichten wir bereits vor dem ersten Autobahnkreuz. Zum Glück verfügt jede Tanke über Nachschub an Bonbons.

Modul 2: Zwei Strandtaschen

Bei der Ankunft am Hotel auf der überfüllten Insel Rügen verdächtigen wir gemeinerweise Thorger, in die Hose gemacht zu haben. Es riecht so modrig. Nein, so „duftet“ der Naturstrand am Bodden. Das wunderbar blaue Meer hat Thorger erspäht und will umgehend baden. Generell ein schöner Zeitvertreib, falls man zu früh am Urlaubsort ankommt und warten muss, bis die FeWo oder das Zimmer beziehbar sind.

In der Strandtasche befinden sich für jeden der Badeanzug, ein Paar Flipflops, ein Handtuch und ein Shampoo. Die Sachen von meinem Mann packe ich in eine zweite Tasche (selten gebraucht). Thorger und ich sind die totalen Wasserratten und unsere Tasche war täglich im Einsatz.

Modul 3+4: Schuhe

Auf der Fahrt trägt die komplette Familie Turnschuhe mit Socken. Am sichersten, um ein Auto zu fahren und für jedes Wetter unterwegs gewappnet. Last Minute stecke ich die Hausschuhe in eine grüne Baumwolltasche, bevor wir losfahren. Tags zuvor packe ich eine beige Tüte mit unseren drei Paar Sandalen. Das sind dann alle Schuhe, die man für den Urlaub braucht. Und man erspart sich, bei der Ankunft am Ferienort die ganze Reisetasche zu durchwühlen, wenn jeder sofort seine Hausschuhe braucht.

Spezielle Schuhbeutel für den Koffer kann man sich so schenken. Einfach Tüten verwenden, die ihr habt und am besten in zwei verschiedenen Farben.

Modul 5: Regenjacken

Ein weiterer Baumwollbeutel darf während der Reise gleich im Auto bleiben und muss nicht mit in die Ferienunterkunft: Die Regenjacken. Mein großer Mann hat zusätzlich seinen Regenschirm zum Klappen, den „Knirps“ eingesteckt. Und für den kleinen Mann, Thorger, fügte ich eine Regenlatzhose und eine Wollmütze- da Kinder den Stoff der Regenjacke am Kopf als unangenehm empfinden – dem Modul hinzu.

Im Süden Europas kann es windig sein oder abends kalt werden. Da schaffen die Regenjacken ebenso Abhilfe.

Modul 6: Wickelzeug und Ersatzkleidung für Kind

Falls unterwegs ein Malheur passiert, habe ich in meinem blauen Lieblingsstoffbeutel mit Ankermotiv ein Set Ersatzwäsche verstaut. Außerdem einige Windeln, Feuchttücher, Wickelunterlage und Desinfektionstücher für den Toilettensitz. Während der Urlaubswoche blieb die Ankertasche für den Notfall im Kofferraum.

Modul 7: Reisetasche

Während der Autofahrt trägt jeder eine bequeme Leggings oder Jogginghose und anfangs am kühlen Morgen seine Fleecejacke. Eine ausgehfeine Jeans und eine kurze Hose für Ausflüge und Strandtage pro Familienmitglied verschwinden tags zuvor in der Reisetasche. Socken und Unterwäsche für jeden Reisetag gesellen sich dazu, also je sechs pro Person. Dagegen reichen für eine Reisewoche drei T- Shirts je Mann und ein einziger dicker Pulli. Für mich habe ich außerdem ein einziges Kleid einpackt, das ich zum Frühstück und gleich danach am Strand anhatte.

Meine ausführliche Reiseliste findet Ihr auf meinem Segelblog:

https://kerstinundsyshadow.wordpress.com/2015/05/05/hatte-ich-bloss-einen-lkw-gemietet-2/

Dank meiner sorgfältigen Wäscheplanung blieb in der Tasche sogar Platz für die Windelpakete. Wenn Ihr für einmal im Jahr keine Reisetasche aufheben wollt, könnt Ihr die Kleidung genauso in dünne, blaue, geruchsfreie Müllsäcke packen. Wird man zwar komisch angeschaut, aber so haben wir sämtliche Umzüge bewältigt.

Für die Schmutzwäsche steht ein großer Baumwollsack zur Verfügung, der im untersten Schrankfach im Hotelzimmer die Dreckwäsche aufsammelt.

Falls Ihr in einem Ferienhaus übernachtet. Viele Veranstalter bieten gegen einen geringen Aufpreis an, die Betten frisch zu beziehen. So braucht Ihr keine Bettwäsche im Reisegepäck mitschleppen.

Modul 8: Elektronik

Kameras, Handy, Tablet und Ladegeräte für die Akkus fanden einen trockenen Platz in dem Korb, den wir normalerweise im Alltag zum Einkaufen verwenden. Eigentlich wollten wir keinen portablen DVD- Player mitnehmen. Jedoch lud Thorger freudestrahlend seine Kinder- DVDs in den Einkaufskorb, als er sah, dass ich für den Urlaub packe. So nahmen wir den „Auto“- DVD- Player mit. Allerdings nicht für die Autofahrt, sondern für regnerische Tage, an denen der Aufenthalt in der Ferienunterkunft sonst lang werden kann.

Obendrauf stapelten sich Thorgers Lieblingsbuch, Thorgers Playmo- Gespenster, meine Urlaubslektüre, und Thorgers stabiler Duplohubschrauber.

Modul 9: Badezimmer

Früher kaufte ich extra für den Urlaub diese überteuerten Miniduschgels, Minizahnpasta, Mini Deos, usw.

Heutzutage räume ich einfach alle unseren aktuellen Sachen aus dem Badezimmer in einen Weidenkorb, in dem sonst Spielzeug eingesammelt wird. Den Korbboden lege ich mit etwas Küchenkrepp aus. Der Korb steht ab dem Abend vor der Abreise im Nachbarzimmer, der Küche. Wer seine Zahnbürste oder etwas anderes braucht, kann sie einfach entnehmen und wieder zurückstellen. Medikamente sind so auch leicht zugänglich.

Modul 10:  Überraschungsgeschenk

Natürlich bekommt Thorger zu jedem Zeugnis ein Geschenk. Egal, wie es ausfällt. Gut, dass er das nicht weiß.

Wir verreisten gleich in der ersten Ferienwoche. Somit überreichten wir ihm das Zeugnisgeschenk mit Verspätung bei Ankunft im Hotel. Auch ein guter Verstärker (Belohnung) für Kinder: Erst fahren wir Auto, dann geben wir Dir ein Geschenk.

Thorger freute sich riesig über das Haus der „Ghostbusters“ und spielte schön mit den Gespenstern.

Alternativ denkbar wären ein oder zwei neue Hörspiele für die Autofahrt, die elternfreundlich und somit leise auf dem Discman oder old-school auf dem Walkman angehört werden.

Für mich selbst suche ich beizeiten eine leichte Lektüre aus, die in der Ferienregion spielt. Das Buch lese ich vor Ort im Urlaub und freue mich vor dem Urlaub bei seinem Anblick im Regal.

Fazit

Individuelle weitere Module könnt Ihr nach Bedarf zusammen stellen. Zum Beispiel Eure Aquarellmalsachen, Eure Angelausrüstung, Eure unverzichtbaren Lieblingsteesorten, oder was Euch sonst im Urlaub fehlen würde.

Zum Verreisen braucht es kein stylishes Kofferset. Auch keinen Riesentrolley, in dem sich das Duschgel über die Kamera und frische Wäsche ergießt. Einfach in Modulen gleichartige Dinge zusammenfassen. So wie es für Euch am besten passt.

Schöne Ferien!

 

 

 

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