Der blaue Jogginganzug

Im ersten Augenblick meine ich, die Tour de France hätte sich verfahren: Ein Trupp von Radfahrern mit Hightech- Ausrüstung und Hightech- Fahrrädern blockiert die Straße. Bei genaueren Hinsehen entpuppt sich die Gruppe als Rentner, die mit 10 km / Stunde radeln.

Mit diesem Beispiel vor Augen kann ich nachvollziehen, dass der Handel mit Sportartikeln mehrere Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland beträgt.

Die Frage ist: Muss ich da als Minimalist mitmachen ?

Meine Antwort darauf: Ja und Nein.

– Ja: Im Zuge der Entrümpelung habe ich die Anzahl meiner Hobbys drastisch reduziert. Darüber schreibe ich demnächst. Mit anderen Worten sollte man sich auf EINE Sportart beschränken. Und da man diese mit Leidenschaft ausübt, möchte man dazu höchstwahrscheinlich die passende Ausrüstung. Mir ist schon klar, dass man den Ben Nevis nicht mit Flip-Flops erklimmen sollte. Mein Vollzeithobby ist das Segeln und mein Segelboot Shadow. (Darüber blogge ich übrigens auf der Seite http://www.kerstinundsyshadow.wordpress.com )

– Ja: Freunde und Verwandte können mir zu diesem einen Hobby Geschenke machen. Beispiele: Segelschuhe (Eltern), Lifebelt und Lifevest (Schwiegereltern), Heizlüfter (Eltern), Reisewasserkocher (Freundin S), Servietten mit Auschrift „Heimathafen“ (Freundin V), usw. Und was sich nicht bewährt, verkaufe ich trotzdem bei Ebay Kleinanzeigen.

– Ja: In einem Segelzubehörkatalog habe ich einen blauen Jogginganzug aus Fleece entdeckt. Das Teil ist genial. Es wärmt super und trocknet über Nacht. Und eignet sich für viele andere Sportarten: Yoga, Jogging, Kajakfahren, Langlaufskifahren, Gartenarbeit,…

Gegen den Kauf von Sportartikeln spricht, dass für viele sportliche Tätigkeiten in Wirklichkeit keine Spezialausrüstung benötigt wird:

– Nein: Meine Radtour zur Arbeit erledige ich in Jeans und leichten Wanderstiefeln. Der Anzug reist in der Packtasche mit. Bei Regen ziehe ich die Segeljacke an.

– Nein: Für die Wanderwoche durch Dänemarks Insel Aerö reichten die alten Turnschuhe und eine Jeans.

– Nein: Zur wöchentlichen Yogastunde trage ich Wollsocken (statt zehenfreien Yoga- Spezialsocke) und eine stinknormale Baumwolle- Leggings statt Harems- Yogi- Hose. Für den Boden reicht ein Handtuch anstelle der Spezial- Yogamatte. Schlabberige Yogapullover braucht es ebenso nicht, ein T- Shirt tut es auch.

– Nein: Ausleihen statt Kaufen. An den meisten Urlaubsorten besteht die Möglichkeit kostengünstig Sportausrüstung auszuleihen. Am Roten Meer lieht ich einen Neoprenanzug für 5 USD pro Tag für eine Schnorcheltour aus. Schnorchel wurden vom Veranstalter gestellt. Im Bayrischen Wald kostete das Paar Langlaufski inklusive Schuhen nur 11 Euro pro Tag.

Fazit: Mit folgender Basisausrüstung könnt Ihr viele Sportarten betreiben: Feste Turnschuhe, Regenjacke, Jogginghose und ggf. Badeanzug.

Und, welche Teile können nun Euren Kleiderschrank auf Nimmerwiedersehen verlassen ?

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Über kerstinundshadow

Leidenschaftliche Seglerin, Skipperin, Einhandseglerin und Aufräumweltmeisterin. Mein Motto: Kaffeesegeln; Schönwettersegeln; Einhandsegeln; Binnensegeln; Ich bin überall, wo Wasser ist. Auf dem Schiff vermisse ich nichts. Daher versuche ich auch im Haushalt die Dinge zu reduzieren, zu vereinfachen und weniger zu konsumieren.
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